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226. Montagsgesprch im Musiklabor Mnchen

Dieter Trstedt

IRCAM

Kurzbericht zum Institut RECHERCHE ET CRATION MUSICALES, Paris

In 1969 Georges Pompidou initiated the establishment of the Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (Institute for music/acoustic research and coordination) entrusting its direction to the composer and conductor Pierre Boulez. IRCAM became, and remains today, the only center of its kind across the globe, dedicated to contemporary musical research and production and linked to the Centre Pompidou. Siehe: http://www.ircam.fr/institut.html.

ber die Vermittlung von Yoshi Oida (Regisseur und Schauspieler, Paris) und Philippe Manouri (Komponist, CRCA, San Diego) konnte ich in Begleitung von Serge Lemouton (Komponist und Assistent von Philippe Manouri im IRCAM) erste Eindrcke des weltweit grten und interessantesten Forschungsinstituts fr Musik der Gegenwart sammeln. Es ist nicht einfach in diese Festung einzudringen - daher die mehrfache Vermittlung. Problemlos lsst sich der Burggraben ber die Bogenbrcke gleich am Brunnen Le Sacre du printemps beim Centre Pompidou in Paris berwinden, um in den Vorhof mit vielen Broschren und dem Wchter zu gelangen. Ab hier sind die Tren fr Nichteingeweihte verschlossen.

Folgende Eindrcke und Gedanken werden im Montagsgesprch mitgeteilt und diskutiert:

  • IRCAM bezieht sich uneingeschrnkt auf modernste Technologie und aktuelle, erste Musik. 
  • IRCAM betreibt auch wissenschaftliche Forschungen auf dem Bereich der Akustik fr Architektur und Industrie. 
  • IRCAM arbeitet im Kontext von Audifikationen (z.B. "Interactive Sonification of Neural Activity") mit anderen Naturwissenschaften zusammen. 
  • IRCAM ist Produktionssttte fr Computermusik in Zusammenarbeit mit "ausgewhlten" Komponisten. 
  • IRCAM unterrichtet auch Computermusik und veranstaltet Reihen und Festivals auf sehr interdisziplinrer knstlerischer Ebene. 
  • Das Niveau der Wissenschaftlichkeit und der Kunst ist sehr hoch angesetzt. 
  • Zentrales Forschungsgert ist der Computer in Kontext mit bester Studio-Ausstattung und verschiedenen Labors. 
  • Ein Standard-Studio im IRCAM ist ausgestattet mit mehreren Computer-Systemen, ein oder zwei Flgeln, Keyboards, groe Mischpulte, 5 Amadeus-Lautsprechern und Projektionsgerten. Die Rume sind in der Raumakustik exzellent und sie sind natrlich absolut schalldicht. 
  • Der Konzertsaal ist etwas kleiner als die Reaktorhalle Mnchen, hat Wnde, die automatisch die Raum-Akustik sehr stark ndern knnen, verfgt ber drei Montagebrcken, die Tribne ist extrem variabel und natrlich gibt es viele aktive Lautsprecher in jeder Hhe und an jedem Ort. 
  • Wichtigstes Arbeitsprogramm ist Max/Msp. Dieses Programm wird in den tieferen Ebenen dem Pure Data (das ich in der Musikhochschule Mnchen unterrichte) immer hnlicher. Max/Msp und Pure Data sind vom selben Autor - Miller Puckette. 
  • Wir diskutierten die Frage der Abhngigkeit von einem kommerziellen Computer-Programm, d.h. die Gefhrdung fr Kompositionen, die sich auf dieses Programm beziehen. Wenn Max/Msp nicht weiter geliefert bzw. untersttzt wird, werden die Kompositionen unbrauchbar. Pure Data als offenes Programm unterliegt dieser Gefahr nicht. 
  • Wichtig fr den Besuch war die Frage nach einer Zusammenarbeit. IRCAM sucht zur Zeit verstrkt die Vernetzung mit anderen, hnlichen Institutionen. Wie kann eine Partnerschaft des Musiklabors Mnchen mit IRCAM aussehen?

Dieses Montagsgesprch ist spontan angesetzt und sucht vor allem eine klrende Diskussion im Kontext der Computermusik und verschiedener Projekte mit Institutionen wie IRCAM, IEM (Graz) oder CRCA (Universitt San Diego).

Montag, 2. Oktober 2006 - 20:00 Uhr

Carl Orff Auditorium
Mnchen, Luisenstr. 37a
U-Bahn U2 Knigsplatz

Musiklabor

Veranstalter:
Echtzeithalle e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen

Tel. 089 / 289 27 477 oder 089 / 2721856
www.echtzeithalle.de  

Letzte nderung: 10.01.2007
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