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231. Montagsgesprch im Musiklabor Mnchen

Hans Rudolf Zeller

Der Futurist Luigi Russolo

An das doch recht armselige Konzept der zeitgenssischen "Klangkunst" darf man gar nicht denken, wenn man erfhrt, dass bereits vor bald 100 Jahren, 1913, im Rahmen des italienischen Futurismus von dem Maler Luigi Russolo die weit umfassendere "Geruschkunst" konzipiert wurde. Und nicht nur konzipiert, sondern mit den damals verfgbaren Mitteln oder Instrumenten in vielen, bis Anfang der 30er Jahre veranstalteten Konzerten, auch realisiert wurde.

Was in den folgenden Jahrzehnten durch Varse, Musique concrte, elektronische Musik, Computermusik bewegt wurde, war eigentlich nur die zweite Entdeckung der Welt der Gerusche, und keineswegs so konsequent wie bei Russolo, der von sich sagte: "Ich bin kein Berufsmusiker. Ich habe daher keine akustischen Vorlieben noch Werke zu verteidigen. Ich bin ein futuristischer Maler, der seinen Wunsch, alles zu erneuern, auf eine ihm sehr liebe und durchdachte Kunst bertragen mchte". Und gerade das gereichte selbst seiner scheinbaren Inkonsequenz zum Vorteil: "Da ich berzeugt bin, dass der Khnheit alle Rechte und Mglichkeiten gehren, habe ich die groe Erneuerung der Musik durch die Geruschkunst intuitiv erfassen knnen."

Zu dieser Frhgeschichte gehren auch jene riesigen Ksten und mchtigen Schalltrichter, die wie Kameras auf Stativen wirken, also eher Assoziationen mit dem Film wecken, der damals mit dem Ton kombiniert wurde, der fr die Futuristen unlsbar mit dem Gerusch verbunden sein sollte, als "intonarumori - Geruschtner". Schon 1931 fhrte das Unverstndnis des Publikums fr seine neuere Musik und vor allem auch die Unmglichkeit, seine Instrumente industriell herzustellen Russolo dahin, "seine musikalischen Aktivitten aufzugeben." Nach der auch durch Kriegseinwirkung herbeigefhrten Zerstrung seiner Geruschtner sind sie nur in Form von Rekonstruktionen existent. In seinen letzten Jahren war Russolo wieder als Maler ttig und als Autor.

Montag, 13. November 2006 - 20:00 Uhr

Eintritt frei oder Spende

Carl Orff Auditorium
Mnchen, Luisenstr. 37a
U-Bahn U2 Knigsplatz

Musiklabor

Veranstalter:
Echtzeithalle e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen

Tel. 089 / 289 27 477 oder 089 / 2721856
www.echtzeithalle.de  

Letzte nderung: 10.01.2007
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