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39. Montagsgespräch im Musiklabor München

Michael Kopfermann

Musik des PHREN-Ensembles

Der Gebrauch von Instrumenten bzw. präparierten Instrumenten entspricht (und leitet sich ab von) konzeptionellen Vorstellungen, für die die Art von Tonauffassung grundlegend ist. Instrumente gebrauchen enthält die Chance: Töne können variabel und beweglich ausgeholt werden, um insbesondere auch durch den Tonhöhenraum hindurch, und in dynamischer, gestischer und rhythmischer Artikulation sich auszuspannen und zu beziehen. Wurde die Präparierung der Streichinstrumente vorgenommen im Sinne einer konzeptionellen Vorstellung von „Qualitativer Eigenspannung der (zu spielenden) Töne“, so bedingt die hierbei implizierte Tonauffassung (die eine dem Geräusch angenäherte Materialität miteinschließt), Erfahrungen für musikalischen Zusammenhang in einem erweiterten Hörerfahrungsraum entwickeln zu müssen und insbesondere auf die Sicherheit präkonzipierter Tonsystematik (wohltemperiertes, oder z.B. auch Vierteltonsystem) nicht zurückgreifen zu können. Sowohl in Bezug auf Instrumente, wie auf die Hörerfahrung wäre vom spekulativen Status einer experimentellen Offenheit auszugehen, die wiederum im Verhältnis stünde zu den im Entwicklungsaufbau erreichten Bindungs- und Kompositionsweisen. – Bevor es nicht um Musik geht, kann es eigentlich nicht um instrumentale Virtuosität oder um kompositorisches Metier gehen. Michael Kopfermann, März 1986

Für die Entwicklung der Musik des PHREN-Ensembles in den letzten Jahren kommt in Betracht: Extremalisierung der Artikulation von Ton und im selben Zusammenhang eine Tendenz zu hoher Gebremstheit in der Bewegung, die Möglichkeit, freie, d.h. nicht in präkonzipierten Angaben bestimmte Mikrointervallik herauszupräparieren, qualitative Eigenspannung der zu spielenden Töne nicht so sehr allein auf die Höhe von Ton (vertikal), vielmehr eigens auch auf die Länge von Ton (horizontal) zu beziehen, wodurch einerseits eine Verschärfung von Proportionalität gewinnbar wird und andererseits z.B. Volumen als Eigenschaft von Ton sich freisetzen und eigens im Beziehungsgefüge integrieren läßt.

Die Mitglieder des Ensembles sind derzeit: Carmen Nagel-Berninger (Viola), Inge Salcher (Cello alto), George Augusta (Bassetto), Michael Kopfermann (Tenorhorn, auch Viola), Michael Steimer (Helikon) – sämtliche Instrumente präpariert.

Montag, 20. November 2000

19:30 c.t.
Gespräch, CD-Präsentation
Eintritt frei

München Luisenstr. 37a
(Ecke Gabelsbergerstraße)
U2 Königsplatz

Musiklabor

Veranstalter:
Echtzeithalle e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München

Tel. 089 / 2721856
www.echtzeithalle.de  

Letzte Änderung: 10.01.2007
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