ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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Öffentliches Hearing 
zur kulturellen Tätigkeit 
schöpferischer Künstler 
in München

Schwerpunkt: Neue Musik und Musik-Performance

Musiklabor München, Luisenstr. 37a
Montag 23. April 2001, 20 Uhr, Eintritt frei

Eingeladen werden:

der Oberbürgermeister, das Kulturreferat und die Kulturstadträte, der Bayerische Kulturrat, die Münchner Künstlergruppen und Ensembles: ADEvantgarde, Xsemble, MGNM, Piano Possibile, Gruppe Echtzeithalle, PHREN, Experimentelle Musik München, IMPRO, Superstrada, musica femina, Pfingstsymposion, Trakt, Ensemble TRIOLOG und Klangaktionen, freie Gruppen aus dem Bereich Theater und Tanz, alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, Kulturwissenschaftler, die Zeitungen und elektronischen Medien.

Situation der freien Gruppen:

Die freien Künstlergruppen, die sich der Neuen und Experimentellen Musik und der Musikperformance verschrieben haben, werden - bis auf wenige Ausnahmen - vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München nicht unterstützt. Sie werden gar nicht oder nur sehr gering gefördert. Sie erhalten vom Fachbereich Musik im Kulturreferat durchweg die gleiche Antwort: Die Kassen sind leer.

Diese Antwort steht im Mißverhältnis zum - in der Verfassung des Freistaates Bayern (Art. 140) verankerten - Auftrag des Kulturreferates, Mittel zur Unterstützung schöpferischer Künstler [...] bereitzustellen, die den Nachweis ernster künstlerischer oder kultureller Tätigkeit erbringen. Diese Antwort steht ebenfalls im Gegensatz zum Header des Kulturreferats: Es (das Kulturreferat) erfüllt diese Rolle durch Förderung der Kultur mit Geld, Infrastruktur und Hilfe zur Selbsthilfe.

Die ermutigend progressive Kunst- und Kulturauffassung im Artikels 140 der Bayerischen Verfassung - wie er von 1946 bis 1984 formuliert war - setzt den Künstler in die erste Instanz der Gestaltung unserer Kultur. Diese Auffassung wurde gerade in der letzten Zeit abgeschwächt zu Gunsten eines eher konservativen Verständnisses der Kultursteuerung von oben. Es waren vor allem die freien Künstlergruppierungen der Musik, die durch diesen Prozeß (und durch die zunehmende Kommerzialisierung unserer Kultur) verloren haben. Als Konsequenz hat die Neue Musik und Musikperformance der freien Münchner Künstler an Publikum verloren und keine besondere Resonanz mehr, weder in München noch in ihrer Ausstrahlung nach außen.

Ist dem Kulturreferat, dem Kulturreferenten und den Kulturstadträten die beschriebene Situation bewußt oder wird sie gar gewollt? Wir fragen: Wie hoch sind eigentlich jeweils die Budgetierungen aller Projekte des Fachbereichs Musik (Münchner Philharmoniker, Münchner Kammerorchester, Biennale, Tube, Muffathalle, Einstein etc.) und was erhalten im Vergleich die einzelnen freien Künstlergruppen? Welche Chancen haben junge kulturelle Musik-Szenen gegenüber den etablierten?

Wie sieht das Kulturreferat die Entwicklung der Musik, wo kann eine lebendige kulturelle Zukunft für die Neue Musik und Musikperformance herkommen, wie können innovative Impulse und Initiativen in München unterstützt und ihre Auswirkung in den weiteren europäischen Kulturraum erreicht werden?

Ziel des Hearings:

Wir denken, daß gerade von den freien Künstlergruppen entscheidende Impulse zur Entwicklung der Musik und Kunst ausgehen, Impulse, von denen unsere Kultur lebt. Eine kulturelle Wirksamkeit wird aber nur erreicht, wenn finanzielle Förderungen bereitgestellt werden. Damit in einer Gruppe konsequent und - den beteiligten Künstlern gegenüber -  verantwortlich gearbeitet werden kann, sehen wir die jährliche Förderung von mindestens 50.000 DM als notwendig an. Als Gegenleistung stellen die Gruppen ihre künstlerische Arbeit und ihre Qualität in jeweils einer Uraufführung, mehreren Performances pro Jahr und/oder Konzerten und vergleichbaren Projekten in München unter Beweis.

Neben dem Gasteig und dem Einstein stehen dafür ab 2001/2002 auch die beiden Orte "Reaktorhalle" und  "Hörsaal" im Musiklabor der Hochschule für Musik und Theater München zur Verfügung und ermöglichen ein weites Spektrum an Aufführungsformen.

Um Entwicklungen zu überprüfen, die Zusammenarbeit zu stärken und Transparenz zu erzeugen wird dieses Hearing auch in Zukunft fortgesetzt und jährlich einmal stattfinden.

Redaktion des Hearings:

Gruppe Echtzeithalle im Rahmen der Montagsgespräche (56. Montagsgespräch)

Ansprechpartner:
Dr. Wolf-Dieter Trüstedt, Agnesstr. 39, 80798 München
tel: 272 18 56
fax: 271 73 30
email:

Dieter Trüstedt
,
http://www.echtzeithalle.de

Gefördert von engagierten Bürgern und Künstlern.

Letzte Änderung: 26.12.2007
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