ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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Echtzeit - Glossar

Billeter, Jessica, f, *'68 in zrich, an der royal ballet school in london ausgebildet, seither querbeet als tnzerin engagiert. seit '89 im ballett nrnberg. zu den letzten arbeiten gehren "molly sweeney" von yoshi oida & stijn celis - "emma goldmann" von daniela kurz "una furtiva lagrima" von jo stromgren, "genesis sequence.one" gemeinsam mit dieter trstedt, alexander schilling und hans wolf in der reaktorhalle mnchen & eigene choreographien 2002 "reste von rosa" - ein duo mit riikka lser & gedanken zum 11. september am opernhaus nrnberg - "last minute move towards a thrill" ein trio fr die kunsthalle nrnberg mit riikka lser & ivo brtsch - "mille fiori" ein geschenk fr & mit zwei frauen in zusammenarbeit mit alexander schilling am opernhaus nrnberg - "die fisch & das vogel" ein endlos duo mit riikka lser an allen orten & nicht orten im opernhaus nrnberg - "mush rooms 4422" ein cage abend mit riikka lser & dem NewEars Ensemble im ZKM im rahmen von "vier bis vier".

Cordova, Javier Andrade, m, geb. 23. 11. '66, in Cuenca, Ecuador. Staatsangeh.: ecuadorianisch. '84-'85: Studium der russischen Sprache und Mathematik, '85-'88: Musikalische Grundausbildung, '86-'92: Diplom fr Mathematik, '87-'90: Schauspieltraining, '87-'92: Gesangsunterricht, '90-'91: Mitglied des Ensembles "Teatro Estudio de Quito", '93-'97: Staatliches Diplom als Theater- und Opernregisseur an der Bayerischen Theaterakademie und Hochschule f. Musik und Theater, Mnchen, '93-'97: Regie-Seminare bei P. Zadek, J. Flimm, D. Pountney, A. Reinhardt, J.P. Lecat, '93-'94: Regie-Praktikant an der Bayerischen Staatsoper, Mnchen, '96: Stipendium der Bayerischen Theaterakademie, '97: Stipendiat der Schwbischen Kunstakademie, seit '99: Dozent fr Regie und Schauspiel, Leiter der Improvisations- und Performance-Werkstatt an der Athanor Theater- und Filmakademie, Burghausen, 2001: Gasvortrge im "Museum fr zeitgenssische Kunst", Cuenca und im "Haus der Kultur Ecuadors", Quito, seit '95: ttig als selbststndiger Regisseur, Video- und Performance-Knstler in interdisziplinren Projekten.

Dehio, Romo, m, geb. 7. 8. '82, Computermusik, Cello, Schlagzeug, Videoknstler.

Dieterich, Babette, f, geb. '72 in Stuttgart, studierte Gesang an der Musikhochschule Karlsruhe. Einige Jahre als Lyrikerin, Chansonschreiberin und -sngerin ttig. Auftritte im klassischen Bereich, mit improvisierter Musik, Performance und dem eigenen Programm Femme Totale, deutsche Chansons der 90er. Lesungen und Teilnahme an Poetry Slams.Verffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, z.B. im Karlsruher Lesebuch. Ihr Lyrikband Zwidylle wurde im Frhjahr 2000 bei Libri Books on Demand gedruckt. Sie erhielt im Herbst 2000 den ersten Preis im Wettbewerb fr junge Schriftsteller des Verbandes frnkischer Schriftsteller. Im Mrz 2001 erschien ihr erster Prosaband Wesenszgel, 53 Personenskizzen im Alkyon Verlag, Weissach. Seit Oktober 2000 wohnt sie in Mnchen und arbeitet als Werbetexterin. Ein neuer Gedichtband und eine lngere Erzhlung sind in Arbeit.

Dpfer, Ulrike, f, Tanzausbildung in Mnchen, Mitbegrnderin des experimentellen Metatheaters. Zusammenarbeit mit Jerzy Grotowsky, Yoshi Oida u.a. Seit '90 internationale Gastspielttigkeit als Schauspielerin. '94 Stipendiatin des "Bunkacho Fellowship for Artist from Abroad" in Japan. Regie- und Performancearbeiten.

Echtzeit-Ensemble, n, Zentrale Idee und gemeinsame Profession dieser interdisziplinr zusammengesetzten Gruppe ist ein starkes Interesse an der Kunst und an der Entwicklung von berprfungsverfahren aktueller Kunstbegriffe - ausgelst durch eine Lust an der Realisierung von Ideen und Konzepten der knstlerischen Avantgarde. In den Fragestellungen, den Lsungs- und Artikulierungsanstzen, den Formen der Prsentation und dem Einsatz von knstlerischen und technischen Mitteln gibt es keine Vorlieben.
Die Gruppe ist bereit, ihr Wissen und ihre Fhigkeiten bei der Realisierung von Ideen anderer Knstler und Knstlerinnen in Kooperation einzusetzen. Es ist ein philosophisches Ensemble, das in "seltsamen" Jetztbereichen operiert.

Echtzeithalle, f, Ziel des Projektes Echtzeithalle ist es, sich als international anerkannten Ort zeitgenssischer Musik und Kunst zu etablieren, der die kulturellen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft mitbestimmt. Zentrale Aufgabe der Echtzeithalle ist die Realisation von Musikprojekten unter dem besonderen Aspekt der interdisziplinren Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Gegenwartskunst. Die Projektgruppe Echtzeithalle erforscht die Jetztbereiche der Kunst. www.echtzeithalle.de (Bernhard Thurz)

Echtzeithalle e.V., m, gegrndet 5. Juli '99 in Mnchen - von sieben Knstlern, Musikern und Ingenieuren der Gruppe Experimentelle Musik und Kunst (seit '93) im Rahmen ihres Projektes Echtzeithalle im Einstein Mnchen ('95 - 2000).
Zweck des Vereins ist die Frderung von Gegenwartskunst, besonders im Bereich der Experimentellen und Neuen Musik unter Einbeziehung von Tanz, Theater, Literatur, Bildender Kunst und Neuen Medien, auch in interdisziplinren, multimedialen und multikulturellen Formen. Dieser Zweck wird erreicht durch die Erarbeitung, Einstudierung und Auffhrung von Kompositionen, Inszenierungen, Installationen und anderen Darstellungsformen zeitgenssischer Kunst und Musik, die im Musiklabor, sowie in hnlichen Veranstaltungsorten in Mnchen und anderen Stdten stattfinden. Weiterer Zweck des Vereins ist die Frderung von Kunst und Wissenschaft. Dazu gehrt der Aufbau eines Musiklabors in Mnchen mit den Aufgabenbereichen Klangforschung, Entwicklung neuer Musikinstrumente, Entwicklung neuer Kompositions- und Performance-Techniken, Computermusik, Neue Medien, wobei auch die Zusammenarbeit mit Musikhochschulen, Universitten, Kunstakademien etc. angestrebt wird. Zu diesem Zweck gehrt auch die Dokumentation und Verffentlichung der knstlerischen, kunstwissenschaftlichen und kulturpolitischen Arbeiten des Vereins. Ergebnisse aller Arbeitsbereiche werden in Form von Zwischenberichten, Fes-tivals, Symposien und anderen Veranstaltungformen an die ffentlichkeit gebracht. Der Verein kann sich im brigen mit allen Fragestellungen befassen, die mit zeitgenssischer Kunst und Musik zusammenhngen.
Die Echtzeithalle e.V. ist eine gemeinntzige, besonders frderungswrdige Krperschaft fr kulturelle Zwecke. Das Girokonto der Echtzeithalle e. V. ist bei Stadtsparkasse Mnchen: 88110374 (BLZ 701 500 00). Spendenbesttigungen werden fr jeden Betrag ausgestellt.
Adresse: Echtzeithalle e.V., Luisenstr. 37a, 80333 Mnchen, Tel. 089 / 2721856, Fax 089 / 2717330,

E-Mail

Publikationen: Edition Echtzeithalle Mnchen

Echtzeithalle, Arbeitsgruppe, f, arbeitet seit '93 an Projekten der Experimentellen Musik und Kunst: Graphischen Computermusik ('93-94), Video-Installationen und experimentelle Computermusik ('95-96), Farblichtmusik- und Tanz ('96), Klang- und Licht-Installationen (Mnchen, Einstein '97), Installationen und Performances (Events im Einstein, '97), Experimentelles Musiktheater und Licht- und Klang-Installationen (Einstein, '98), Grndung der Echtzeithalle, Konzert, Installationen, Kunst-Objekt (Einstein, '98), interdisziplinre Projekte Musik und Kunst, Ausstellungen (Einstein, '98 - 99), Akustische Kunst und Computer, Musiktheater (Einstein, '99-2000), Montagsgesprche (seit '99 im Einstein und seit Herbst 2000 im Musiklabor), Projekt Echtzeit 2000 mit Performances und Ausstellungen (Einstein, 2000)
Die Gruppe Echtzeithalle war Gastgeber: Ruth Geiersberger, Angela Dauber, Clemens Merkel, Joseph Gallus Rittenberg, Cornelie Mller, Valeri Scherstjanoi, Micha Purucker, Amos Hetz u.a.)
Die Professionen der "Gruppe Echtzeithalle" sind wie die knstlerischen Konzepte interdisziplinr: Musik, Tanz, Theater, Physik, Biochemie, Medizin, Ingenieurwissen-schaft, Computertechnik.

(Frderverein Echtzeithalle e.V.), m, Der Frderverein ist inzwischen aufgelst.

genetic art, mix, Vertonung viraler und plasmidischer, linearer und zirkulrer, sowie einzel- und doppelstrngiger DNA- und RNA-Molekle als Duos fr Klavier und Streicher, sowie fr Solo-Streicher von Jrg Schffer. Klavier: Jill Richards, Violine: Katrin Wollenweber, Viola: Clarissa Miller, Cello: Graham Waterhouse. Im Vertonungsvorgang werden die Ketten (im vorliegenden Fall ca. 800 bis 1.200 Nukleotide) zunchst segmentiert. Dabei wird bereits ein Zeitschema erhalten, in dem die "individuellsten" Segmente zuerst, die "allgemeinsten" Segmente der Sequenz zuletzt angeordnet sind. In einem zweiten Schritt werden sehr kurzen Nukleotid-Folgen (2, 3 oder 4 sog. Basen) charakteristische Intervalle bzw. Intervallfolgen zugewiesen. Die jeweilige Intervallrichtung und die Dynamik des Stckes - zentrale Gegenstnde der knstlerischen Auseinandersetzung - werden nach tonalen, musikdramaturgischen und instrumentalen Gesichtspunkten und Grenzen festgelegt.
Genetic Art versteht sich auch als Spezialisierung der Scientific Art, deren Ziel die sthetische berprfung wissenschaftlicher Sachverhalte ist.
Genetic Art lsst sich von mehreren Seiten her definieren: 1. Genetisches bzw. gentechnisches Arbeitein, wie z.B. Klonieren kann als sthetischer Vorgang zur Erzeugung einer besonders "schnen" Nukleotidsequenz, eines besonders "schnen" Proteins, eines besonders "schnen" biochemischen Regelkreises oder eines besonders "schnen" Lebewesens aufgefasst werden. Die Vermittelbarkeit der Ergebnisse und die ethischen Implikationen bleiben zunchst unbercksichtigt. 2. Die Nutzung biologischer usserungsformen genetischer Information (z. B. Fingerabdrcke, Haar-, Hautfarbe oder -falten etc.) als knstlerisches Material. 3. Die Nutzung der Formangebote genetischer Information. Die vorliegenden Vertonungen beziehen sich auf diesen 3. Punkt.
Materialvorgabe dabei sind die in der wissenschaftlichen Literatur vorfindbaren Nukleotid- und Proteinsequenzen, die als Buchstabenketten variabler Lnge (von ca. 300 bis einige Millionen) publiziert werden.

Hermesprojekt, n, - ein Prozess. Sowohl ein fortlaufendes experimentelles Arbeitsfeld visueller und akustischer Prsentation als auch wortspezifisch den ZeitRaum von den Olympiern bis hin zum Aufbruch in neue Dimensionen und vor allem den aus berschneidungen und Unschrfen sich ergebenden Situationen und Ortsereignissen bestehendes Projekt.
Metaphern- und collagenartige Bilder werden bewusst derart offen behandelt, dass sich bei jedem einzelnen Betrachter sein, von der eigenen Phantasie gesteuertes Bild einstellen kann.
Elemente aus Performances und Installationen zehnjhriger Ttigkeit flieen unbemerkt ein und stellen einen unbewusst sich mehr und mehr verdichtenden Raum her. Visuelle und akustische Form ergnzt sich oft auch im Kontrast. Statische, zeitlose Installation berlagert Geruschereignis. Patternform - akustisch wie visuell - vershnt sich mit der geschwtzigen Vergnglichkeit.

Klangwelt unter der Lupe, mix, ein Versuch mit elektronischen Mitteln den Klang whrend seiner Erzeugung zu berformen. Im weiten Raum der Reaktorhalle, in welcher der Cellist als einsames Individuum ttig ist, wird die Musik in ihrer physischen Erscheinungsweise unterschiedlich interpretiert und gewandelt. So wird zum einen ein ganzes Stck (B. Britten, Suite Nr. 1) verstrkt wiedergegeben, zum anderen ist (in M. Lindbergs "Stroke") Live Manipulation des Timbres angesagt. In K. Saariahos "Petals" dagegen wird der Klang jeder einzelnen Cellosaite durch einen separaten Lautsprecher wiedergegeben. Klangliche Mikrostrukturen treten klar hervor und ein plastischer Blick in die Welt des erzeugten Klangs wird erreicht. Konzept: Graham Lack

Miller, Clarissa, f, Viola, studierte Viola bei Jorge Sutil und Kammermusik bei Urs Stiehler in Mnchen. Spter setzte sie ihre Studien bei Nora Chastain in der Knstlerischen Sonderklasse in Stuttgart/Reutlingen fort. Es folgte ein dreijhriges Masterstudium am "Peabody Conservatory of Music of the John Hopkins University" in Baltimore, USA: Viola bei Paul Coletti und Roberto Diaz. Kammermusik bei Earl Carlyss (Julliard String Quartett) und Leon Fleisher. Sie schloss ihr Studium mit dem Graduate Performance Diploma ab, ist seither als freie Kammermusikerin ttig und unterrichtet Viola/Violine an der stdtischen Sing- und Musikschule, Mnchen.

Lichtrume, mpl, Performance. Ulrike Dpfer: Dramaturgie, Choreographie, Tanz. Dieter Trstedt: Computerfilm, akustische und elektronische Musik.
Der Licht- und Klangknstler Dieter Trstedt und die Tanzdarstellerin Ulrike Dpfer arbeiten seit 5 Jahren in verschiedenen Performanceprojekten an einer sthetik, der das Zusammenspiel von virtuellem Bhnenbild, Licht- und Datenprojektion, Tanz und Originalmusik zugrundeliegt. (Zuletzt "Zeitbnke", Reaktorhalle Mnchen 2001).
Die Bildsprache der Lichtrume steht bewusst in der Tradition von Konstruktivismus und Bauhaus: Licht und Schatten werden zum Thema. Gegenlufig zur gngigen Mediensthetik liegt der Reiz dieser Performance in der strengen Reduktion der gestalterischen Mittel.
Der abstrakte Schwarzweifilm mit einfachen geometrischen Formen und berschneidungen kontrastiert das projizierte Schattenbild der Tnzerin. Die Choreographie bezieht sich auf die Urerfahrung des Spiels mit dem Schatten, auf die Doppelexistenz Krper-Schatten, Mensch-Abbild, Subjekt-Objekt. Die Ausformungen der Bilder durch den Tanz, die Flchtigkeit der Formen im Zusammenspiel mit spontanen akustischen Kommentaren bilden das knstlerische Potential.
Die Mittel der modernen Technologie - Computer, Programm, Datenprojektion, Elektronik - dienen dem sinnlichen Ausdruck, der nicht ausschlielich auf der Seite des Krperlichen und Komplexen, sondern durchaus auch auf der Seite der Abstraktion wahrzunehmen ist.

Montagsgesprche der Echtzeithalle im Musiklabor, pl, seit '99, sie sind ffentlich und finden wchentlich im Hrsaal des Musiklabors der Hochschule fr Musik und Theater in Mnchen statt und werden von Echtzeithalle e.V. organisiert. Die ausgewhlten Themen der Impulsvortrge sind aus erster Instanz, also von Beteiligten - vor allem Knstler. Die Montagsgesprche thematisieren weniger die Inhalte der zur Zeit populren Event- und Hochglanzkultur als vielmehr die Kunst als Werkzeug der Erkenntnis und des Verstehens unserer Welt - ein anspruchsvolles Werkzeug, das wir durchaus als gut gepflegt und geschrft verstehen, das dennoch jederzeit in seiner Funktions- und Wirkungsweise hinterfragt, neu durchdacht und vor allem eingesetzt werden muss.

Musiklabor, n, der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen, Luisenstr. 37a/Ecke Gabelsbergerstr.
Als Grenzstein im Westen der Mnchner Museumsmeile entsteht das Musiklabor mit seinen Instituten und vor allem mit der Reaktorhalle (Musik- und Theater-Performances der Gegenwart) und dem Hrsaal (Carl-Orff-Auditorium). Das Musiklabor gehrt heute zur Hochschule fr Musik und Theater Mnchen.
Das Gebude selbst wurde '53 "als "Laboratorium fr technische Physik" erbaut und gilt als "Keimzelle der Nuklearen Festkrperphysik" in Deutschland. Das Gebude ist streng denkmalgeschtzt.

Pirkmayer, Randolf, m, '42 - '56 Jger und Sammler/Geige/humanistisches Gymnasium. '56 -'63 Schilehrer und Bergrennen/Bildergalerie. '63 - '70 Architekt Diplom-Ingenieur/experimentelle Musik Einstein Wien. '70 - '77 Architekt in Mnchen, Teheran, Jiddah. '77 - '84 Sarangi/Benares, Grndungsmitglied des FMZ Mnchen, Modellbauatelier, Gamelan Cara Bali, Entwicklung und Realisation von Instr-mentenbaukursen. '84 - '91 Experimentelle Musik, Auffhrungen im Haidhausen Museum, TU-Mensa, Gongbaukurse, '91 - '98 Lehrauftrag Entwerfen FH Rosenheim, Klangobjekte, Installationen, Akustik -Performances, GrafikAusstellungen experimentelle Kunst, Auffhrungen im FMZ, Echtzeithalle, Akademie Tutzing, Grndungsmitglied des Echtzeithalle e. V.

prime rouge, n, sing. jungfr., zweites gemeinsames unterfangen von jessica billeter & wolf-dieter trstedt. von grund auf stimmwegen & durchs morgenrot. wir erzhlen. elektronische musik unmittelbar, musik aus texten direkt & indirekt, stimmcollagen, cinematographisches, farbbilder als echtzeitfilm, lichtstraen & bewegung gabeln sich unentwegt. 9 bodenlose geschichten aus den letzten 9 monaten. eine reise durch den hrsaal der reaktorhalle bis nach mittelfrankreich & zurck. wir bildern & wildern mit rot.

Reaktorhalle, im Musiklabor, Mnchen, f, Die Reaktorhalle hat eine Grundflche von 450 qm (ca. 15 mal 30 m) und eine Hhe von ca. 15 m). Die Wnde, die Decke und der Boden sind aus Beton und vollkommen eben - mit Ausnahme von 3 Rngen auf der Stirnseite. Die Atmosphre einer Maschinenhalle ist zwar fr klassische Konzerte schwer vorstellbar, regt aber sehr an fr Projekte aus den Bereichen der zeitgenssischen Musik- und Theaterperformance, der ex-perimentellen Musik und der Medienkunst.
Zur Zeit wird die Reaktorhalle fr Auffhrungen ausgebaut (Tribne, Sitzpltze, Licht- und Ton-Anlagen).

Richards, Jill, f, Jill Richards studierte an der Universitt von Kapstadt Flte und Klavier. Als Trgerin verschiedener Preise, studierte sie am Royal College of Music, London und setzte ihr Studium in den USA und in Portugal fort.
Sie hat mittlerweile zahlreiche Aufnahmen im Sdafrikanischen Rundfunk eingespielt und hat an der Universitt Witwatersrand, Johannesburg, Klavier unterrichtet. Ihr Interesse gilt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, besonders der Musik Sdafrikas und des afrikanischen Kontinents. Ihr wurden zahlreiche Werke gewidmet, und sie hat viele sdafrikanische Stcke uraufgefhrt. Sie hat mehrere CDs mit zeitgenssischer Musik eingespielt; die letzte Einspielung, "cicada" von Kevin Volans, erschien in London in April 2000. Ihre Konzertttigkeit fhrte sie in die USA, nach Russland, den Fernen Osten, und mehrere Lnder Europas.

Schffer, Jrg, m, geb. '59 in Bielefeld, Biochemiker und Komponist: scientific art und explorative Kunst und Musik, interdisziplinres Arbeiten mit kybernetischen Methoden, Information als knstlerisches Material, Instrumentalimprovisationen, Musik fr Theater-, Tanz- und Videoproduktionen. Grndungsmitglied des Frderverein Echtzeithalle e.V. und des Echtzeithalle e.V.

Schuller, Frieder, m, geboren '42 in Siebenbrgen, Rumnien, '68-72 Zeitschrift Karpatenrundschau in Kronstadt, Verffentlichung von Gedichtbnden, bis '78 Dramaturg und Regisseur am Staatstheater Hermannstadt, Ausreise in die BRD durch Vermittlung von Gnter Grass, freier Schriftsteller, weitere Gedichtbnde, '86 Andreas-Gryphius-Preis, Drehbuchautor und Filmemacher, Dokumentar- und Spielfilme (u.a. "Im Sden meiner Seele", Spielfilm ber Paul Celan), seit '92 Initiator und Leiter des interkulturellen Festivals Katzendorf, Rumnien. Lebt in Mnchen

Skizzenbuch BX, n, schon die Klavierartikulation fr Erlangen '90 wies Zge eines "ffentlichen Komponierens am Flgel" auf, damals allerdings nicht ohne mithilfe der Projektionen eines Diascriptors (oder Overheadprojektors). Im Skizzenbuch BX sind derlei Zge jedoch kaum mehr zu bersehen, stellt es sich doch als groformatiges, zudem gut beleuchtetes Heft auf dem Notenpult dar, auf dessen Papierflchen jeder Hrer mitverfolgen kann, wie die Komposition Schritt fr Schritt oder vielmehr Blatt fr Blatt entsteht. Jederzeit kann notiert werden, was eben noch scheinbar nur probeweise gesprochen oder gespielt wurde. Und dieses Notieren oder Fixieren, also Schreiben ist selber eine auffallende, geradezu dramatische Aktion, wie brigens schon das sonst eher lstige Umblttern.

Triptychon, n, 1. Nur fr Stimme, 2. Nur scriptural, 3. Sciptophonie. Jeder Text ist zweistimmig, gruppiert Buchstaben, die zugleich Laute sind, strukturiert Visuelles, das zugleich Klangliches bedeutet. Im Triptychon ist dieser Fall erst im dritten Stck vorgesehen, einer "Musica scriptophonica" oder scriptophonischen Musik, in der umfassend demonstriert werden mag, was sonst nur verkrzt und gefiltert wiedergegeben wird. Die ersten beiden Teile hingegen spezialisieren sich einerseits auf den klanglichen und andererseits auf den visuellen Aspekt des Sprachprozesses. Dabei kann es zu unvermuteten Bedeutungsnderungen kommen, denn pltzlich ist der Stift nicht mehr nur Stift, sondern vielleicht ein Taktstock, der die befreiten Laute zu dirigieren sucht, statt nur auf sie hinzuweisen. Um so weniger lsst sich die Schrift beruhigen, beginnt zu zittern und zu gestikulieren.

Trstedt, Wolf-Dieter, m, geboren '39 in Berlin. Studium der Physik und '69 Promotion bei Prof. Maier-Leibnitz. Forschungsarbeiten am Physikdepartment der Technischen Universitt Mnchen bis '73. Seit '73 freiberuflich als Forscher am und Knstler mit dem Material Klang und Licht - und allgemeine Kulturarbeit. Entwicklung von elektronischen und akustischen Musikinstrumenten. '73 - '81 Stipendium der Engelhorn-Stiftung zur Pflege und Frderung der Kunst.
Produktionen u.a. mit Ulrike Trstedt, Angela Dauber, Tanzprojekt Mnchen und Yoshi Oida, Paris. Auffhrungen u.a. '71 Experimenta 4 Frankfurt, '71 Internat. Ferienkurse fr Neue Musik Darmstadt, '73 u. '78 IGNM Weltmusiktag Holland u. Finnland Schweden, '73 Stdt. Galerie Lenbachhaus Mnchen, '77 Europalia Brssel, Stedeljik Museum Amsterdam, '80 Musik unserer Zeit WDR Kln, '84 Pro musica nova Rundfunk Bremen, '84 Phnomena Zrich, '90 u. '91 Zentrum fr zeitgenssische Musik Dresden.
Auffhrungen mit Yoshi Oida in Berlin, Rom, Basel, Kln, Bologna, Freiburg, Kampnagel Hamburg, Los Angeles, Black Box Mnchen, ICA London, Festspiele Ludwigsburg, Brssel, New York, Berliner Ensemble, Mexiko, So Paulo, Verona.
Kunst- und Lichtkunstprojekte im ffentlichen Raum in Mnchen, Erlangen, Berlin, Amsterdam, Utrecht, Ulm und Stuttgart. Lehrauftrge an der HdK Berlin und der Universitt Ulm. Vortrge (u.a. Ars Electronica Linz, GoetheInstitut Rom, Internat. Knstlersymposium Ulm) und Publikationen (u.a. Ravensburg, DuMont Kln, Universitt Ulm).

Verzogen unbekannt Schubert, mix, szenische Lesung mit Klavier. Die beiden Sommer 1814 und 1824 musste Schubert einmal keine Sorgen um den Alltag haben, er lebte in Ungarn auf des Grafen Esterhazy Schlo Szelisz, gab den Komtessen Klavierstunden und hielt die Augen offen. Seine Briefe an die Freunde in Wien beweisen das. Nun, er htte auch Tagebcher schreiben knnen, er tat es jedoch in seiner so beredten Musik.
Wie spielte sich das uerlich berschaubare Leben eines nicht weiter bemerkenswerten Musiklehrers auf dem Lande ab, welche Zeichen, Laute, Farbkleckse oder Zwischenflle fielen ins Notenpapier, um heute als erhabene Opuszahlen durch die Konzertsle zu schweben?
Schloss Szelisz war zu Schuberts Zeiten vierzehn poststationen von Wien entfernt, gegenwrtig ist es mit dem Auto eine Tagesreise bis zum verfallenen Schloss in der heutigen Slowakei. Die Besuche des Lyrikers Frieder Schuller in der Musik und im kargen Leben Schuberts wurden zu einer Art Sucht, die auch im Gedichtzyklus franz schuberts nicht geschriebene und nicht verlorene tagebuchseiten auf schloss szelisz zum Ausdruck kommt. Hans Wolf am Klavier fhrt auf seine Weise hinein in das Unsagbare, in die Klangwelt Schuberts.

VIRTUAL RE-ACTION, mix, Performance fr Kameramann, Darstellerin und DJ. Mitwirkende: Javier Andrade Cordova: Konzept, Installation und Kamera, Hans Wolf: Komposition und DJ, Babette Dieterich: Texte, Bettina Theil: Tanz.
In einer Welt der zunehmenden Virtualitt ist der Umgang mit Medien zur Aufnahme und bertragung von Bildern ein Verfahren, das sich lngst zu einem ganz alltglichen kollektiven Mittel der Wahrnehmung von der Welt und der Kommunikation entwickelt hat. Im Mittelpunkt von VIRTUAL RE-ACTION steht das ganz durchschnittliche Mittel dieses Verfahrens: eine Videokamera. Diese dient zugleich als Sender von Information aber auch als berwachungsinstrument. In der Welt der virtuellen Bilder, die mit der Kamera erzeugt werden, befindet sich ein Mensch.

Waterhouse, Graham, m, (geb. '62) stammt aus einer Londoner Musikerfamilie und lebt seit '92 in Mnchen, wo er als freischaffender Cellist und Komponist ttig ist.
Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Cambridge University und an den Hochschulen in Essen und Kln. Zu seinen Cellolehrern zhlen Maria Kliegel und Young-Chang Cho. Er ergnzte sein Studium durch Kurse u.a. bei Janos Starker und Siegfried Palm. Gastcellist im "Ensemble Modern" und "Philharmonia Orchestra London". Mitglied des Klaviertrios "Presence". Eigenes Violoncellokonzert op. 27 mit UA in Toluca, Auffhrungen in Mexico-City, Gorkij, Weimar und Baden-Baden.
Als Dozent ist er bei Kammermusikkursen in Deutschland und England ttig. 2001 erschien seine erste CD in der Reihe "Komponisten-Portraits" des Labels "Cybele".

Wollenweber, Katrin, f, geb. '65. Erster Geigenunterricht mit 9 Jahren. Studien in Mnchen, in London bei Frances Masen und in Augsburg bei Lydia Dubrovskaya. Examen im Jahre '89, Aufbaustudium.
Seither als freie Musikerin ttig. Rege Kammermusikttigkeit, Duo, Vl/Vc, Streichtrio und -quartett, Streicher-/Blserbesetzungen. Mitglied im Ensemble fr neue Musik "piano possibile", im Ballhausorchester Deauville, in "Mnchens kleinstem Opernhaus" in der Pasinger Fabrik.

Wolf, Hans, m, absolvierte nach einem Klavierstudium incl. Meisterklasse bei Professor Picht-Axenfeld in Freiburg ein Aufbaustudium in Musiktheorie, Improvisation, neuer Musik und Liedbegleitung an der Musikhochschule, Jazz und Arrangement am Konservatorium und FMZ in Mnchen.
Teilweise parallel dazu fhrte er ein komplettes Medizinstudium durch und arbeitete anschlieend als Arzt in der Hirnforschung.
Derzeit wieder ganz der Musik zugewandt sind sein Repertoire und seine musikalischen Aktivitten breit gefchert. Sie reichen von Soloprogrammen aller Epochen, auch als Gesprchskonzerte, ber (Ur-)Auffhrungen zeitgenssischer sowie eigener Musik, Musikkabarett und Musiktheater, -performance, Live-Stummfilmimporovisation bis hin zu Auftrgen als Arrangeur fr Bigbands, Hrspiele, Modeschauen, Kunst- und Literaturvertonungen; Ttigkeit als Klavierpdagoge mit neuen kreativittsbetonten Konzepten; Anstellungen als Musikschullehrer, Barpianist und Korrepetitor; Entwicklung und Leitung von Improvisations- und Kompositionskursen.
Er ist Mitglied bekannter Ensembles: Haggard (Medieval Metal), N.I.E. (New Improvisors Ensemble), Fractals und Trio Animali (neue Musik mit G. Geisse (g) und L. Hahn (vl)), Trio Superstrada (polystilistisches Musiktheater mit S. Lanius (b) u. M. Gtz (voc)), Ensemble f. neue Musik, Mnchen.

Zeller, Hans-Rudolf, m, geboren '34 in Berlin. Studien in Freiburg und Kln. Seit '59 Essays, Artikel, Sendungen, bersetzungen und experimentelle Texte. Mitarbeiter der Schriftenreihe "Musik-Konzepte" und der "Zeitschrift fr experimentelle Musik". Editionen: Schnebels "Denk-bare Musik" ('72) und "Cage Box" ('79). Xenakis-Ausstellung in Bonn ('74). Veranstaltungsreihe ber "Musik der anderen Tradition" (Bonn '81), ber das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta '85 / Mnchen '86), ber Edgar Varese und Ferruccio Busoni (Sofia '94). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen Dimensionen: Textbnderoperative Texte-Hand-Schriften-Versuche fr Sprechorgane u.a. Blablamata ('63), kinem "kontexte" ('65), kinem X. Seit '76 Medienkompositionen (Marx-Mill, Schallplattenmusik) sowie Sprech-Schriften und Stcke fr Stimme(n) und Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay ber Klnge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren Vortragsreihen ber werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle der Medienkomposition. "Husserl-Tne" fr Sprecher und Diaprojektionen. Arbeiten zum Projekt "Schrift-Laut-Musik" mit Videoproduktionen ("Scriptophonie"). '99 Sendereihe ber "Kriterien der experimentellen Musik".

Letzte nderung: 11.07.2016
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