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Hochschule für Musik und Theater München

Elektronische Musik in Theorie und Praxis

Seminar Wintersemester 2013/2014
Raum L101 und Carl Orff Auditorium München, Luisenstr. 37a
Ltg. Dr. Jörg Schäffer und Dr. Wolf-Dieter Trüstedt

1.
Musik programmieren in PD für Einsteiger und Anfänger

PD ist ein „public domain“-Werkzeug mit dem digitale Audiosignale programmiert und in Echtzeit bearbeitet werden. Es ist kostenlos und plattformunabhängig (läuft auf Mac und Windows).
Im Seminar werden die Grundlagen digitaler Klangerzeugung, -organisation und -bearbeitung vermittelt. Einen besonderen Schwerpunkt erhält dabei die Programmierumgebung PD. Wir werden mit der Oberfläche in PD vertraut, befassen uns mit Datenstrukturen und Zeitoperationen und erlernen die Kontrolle von Tonhöhe und Lautstärke. Im Zentrum stehen die beiden grundsätzlichen Synthesemethoden der elektronischen Musik: die additive und subtraktive Klangsynthese und ihre Implementierung in PD. Abschließend beschäftigen wir uns mit Sampling: dem Aufzeichnen und Wiedergeben digitaler Audiodaten.
Daneben werden psychoakustische Grundlagen und die Geschichte der elektronischen Musik thematisiert, ebenso wie die Problematik elektronischer Musik in der Live-Aufführung.
Demonstrationen erfolgen auf dem Macintosh-Betriebssystem ab Version 10. Windows ist möglich. Unterrichtssprache ist deutsch. Eine Weiterführung in 3 Aufbaustufen ist geplant. Bitte eigenen Laptop mitbringen!
Dienstags 19.00 – 21.00 Uhr, Beginn: 5.11.2013

Jörg Schäffer

2.
Projekt orientiertes Seminar in PureData PD

PureData ist ein kostenfreies, offenes und plattform-unabhängiges Computerprogramm für alle Konzepte der Computermusik. Dieses Seminar setzt eine gewisse Kenntnis in der Synthesizer- und Sample-Technik voraus. Es werden aber auch "einfache" Programmier-Techniken erklärt bzw. zur Verfügung gestellt. In diesem Wintersemester 2013/2014 liegt der Schwerpunkt in der Polytempic: 12 virtuelle Spieler operieren mit freien Parametern (Zeiten, aber auch Tonhöhen, Phasen, Lautstärken, Klängen). Lineare, reziproke, harmonische, subharmonische, fraktale, exponentielle und viele weitere Folgen bestimmen diese Parameter. Die künstlerischen Ergebnisse werden diskutiert (siehe Charles Ives, Henry Cowell, Conlon Nancarrow, Iannis Xenakis u.a.).
Die Ergebnisse werden in speziellen Konzerten im Carl Orff Auditorium COA - auch 8-kanalig - öffentlich präsentiert.
Das Seminar ist für Studierende der Musikhochschule und der Kunstakademie München - ist auch offen für musik-performance-interessierte Künstler.
Montags 18-21 Uhr - Kernzeit ab 19 Uhr - im Seminarraum 101 bzw. im COA. Beginn: 21. Oktober 2013.

Dieter Trüstedt

Beispiel aus dem 2. Seminar:

PYNOTE

Pynote steht für "Noten aus der Pythagoras-Schmiede". Die 12 Noten haben unabhängig wählbare Zeitabstände, können aber synchron (oder mit Phasen-Differenzen) gestartet werden - sie sind also kohärent. Jede Note hat eine frei wählbare Tonhöhe und Lautstärke. Diese "Noten-Maschine" steuert Synthesizer und/oder Sample-Player. Die jetzt hörbare Musik besteht aus "automatischen" Melodien und Rhythmen hoher Komplexität. Durch die Kohärenz der 12 Zeit-Abläufe entwickelt sich die Musik nach inneren - mathematisch korrelierten - Prozessen.
Wenn weißes Licht durch ein Prisma in Farben aufgeschlüsselt wird, sind es ebenfalls die Zeitabstände (erzeugt durch die Differenzen der Lichtwege), die das Farbspiel hervorbringen.

 

Letzte Änderung: 17.09.2013
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