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318. MONTAGSGESPRÄCH

Vom Umgang mit der Zeit

Rhythmische Strukturen in Video und Musik
Ein Zuspiel von Ideen und Werkstücken mit Roger Kausch und Jürgen Schneider

Achtes Montagsgespräch im Rahmen des Projektes Zeit hören in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München, dem Bezirk Oberbayern, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Universität Ulm – und dem Musiklabor / Echtzeithalle e.V.

Musiklabor München / Echtzeithalle e.V.   &   Hochschule für Musik und Theater München

Carl Orff-Auditorium München, Luisenstraße 37a
Montag 2. Juni - 20:00 Uhr

Stockhausen subsummierte alle musikalischen Parameter einer Vorstellung von Impulsen in nahtloser Skalierung, die Rhythmus, Metrum, Grundton und Klangfarbe miteinander verbindet: Stille als völlige Abwesenheit von Rhythmus. Der Takt und die Längen der einzelnen Noten sind in einer motorisch erfahrbaren Dimension erlebbar. Mit den tiefsten Basstönen beginnt der Übergang zu den Tönen, wo das Erleben von zeitlicher Dauer in das Erleben von höheren oder tieferen Tonhöhen umkippt. Dieses Feld der mittleren Schwingungen bildet auch die Skalen und Harmonien. Und schließlich die höchsten Schwingungen des Obertonspektrums die den „farbigen“ Anteil, den Farbklang der Töne erzeugen. Bis am Rande des hörbaren Bereichs wieder die Stille folgt.

Roger Kausch (Maler, Videokünstler und Musiker):
„So etwa ist es mir in Erinnerung als ich während meines Studiums an der Akademie in den frühen 1980iger Jahren, die theoretischen Grundlagen der neueren Musik - Scelsi, Skriabin und eben auch die der frühen Elektroniker - entdeckte. Seither gilt dem Aspekt von Zeit auch in meinen bildnerischen Arbeiten Aufmerksamkeit.
In diesem Montagsgespräch stelle ich eine Reihe meiner Videoarbeiten vor in denen die zeitliche Anordnung der Bilder eines der bestimmenden Charakteristika ist. Und zwar beginnend von der ‚analogen’ Seite des Filmens, des physischen Vorgangs wie mit der Kamera ein in Echtzeit stattfindender Vorgang abgebildet wird bis hin zu den Entscheidungen beim elektronisch-digitalen Schnitt der auf einem Grundtakt von 24 Einzelbildern pro Sekunde basiert.“

Jürgen Schneider (Schlagzeuger, Komponist und Musikethnologe):
„Der Begriff „Umgang“ meint hier die Gestaltung von Wahrnehmung zeitlich geordneter Abfolgen und deren künstlerische Konstruktion. Da Musik auf der Strukturierung klanglicher Verläufe in der Zeit beruht, werde ich als Musiker zwangsläufig mit diesem Thema konfrontiert. Verschiedene ethnologische sowie wahrnehmungspsychologische Aspekte führen mich zur Frage, in wieweit das, was wir spontan als „natürlich“ oder „normal“ wahrnehmen, zum einen kulturell gebunden, zum anderen biologisch verwurzelt ist.
Des Weiteren stelle ich aus diesem Diskurs resultierende Ideen zu rhythmisch-metrischen Gestaltungsmöglichkeiten vor.“

Letzte Änderung: 26.05.2014
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