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320. MONTAGSGESPRCH

POLYMETRIK

Erweiterte Polymetrik
Musikvortrag: Dieter Trstedt (Computer), Wilfried Krger (Horn), Hans Wolf (Klavier) und Elmar Guantes (Contrabass)

Zehntes Montagsgesprch im Rahmen des Projektes Zeit hren in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen, dem Bezirk Oberbayern, dem Bayerischen Staatsministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt Mnchen, der Universitt Ulm und dem Musiklabor / Echtzeithalle e.V.

Musiklabor Mnchen / Echtzeithalle e.V. & Hochschule fr Musik und Theater Mnchen

Carl Orff-Auditorium Mnchen, Luisenstrae 37a
Montag 7. Juli - 20:00 Uhr

Der Begriff Polymetrik (1) wird in diesem Montagsgesprch auf alle Parameter eines Klang-Ereignisses ausgeweitet. Stellen wir uns 12 Metronome vor, die nicht nur fr den sich gleichmig wiederholenden Zeitpunkt eines Ereignisses zustndig sind, sondern fr alle Klang-Parameter:

  1. Synthetischer Klang ja/nein,
  2. natrlicher Klang ja/nein,
  3. Zeitpunkt des Startes > Delay, Phase, nach einem gemeinsamen Start der 12 Metronome,
  4. das eigentliche Tempo > der Puls, frei variabel fr jedes Metronom,
  5. die Tonhhe > ebenfalls vollkommen frei, nicht nur klassisch chromatisch, sondern auch in der Teilungen, vor allem in der Basis des Teilungsprozesses, also nicht nur die abendlndische 2, sondern auch (z.B.) der Goldene Schnitt phi (die Konstante 1,6180... siehe (1)) oder die Eulerzahl e = 2,718... oder die jahrtausend alte Kreiszahl pi (die Konstante 3,1415...),
  6. die Lautstrke (dB) > vor allem interessant zur rhythmischen Gestaltung desselben Klanges und schlielich
  7. die Dauer des Ereignisses (wunderbar im Kontext der Sample-Technik).

Einfaches Beispiel: Achtelton plus Viertelton >
Phase = 0 333 0 333 0 333 .....(bezogen auf 1000 msec = Halbton),
Puls = 100 100 110 110 120 120 .... (bezogen auf ein Pulsabstand von 100 msec)
Die beiden Phasen 0 333 erzeugen den Rhythmus "yatilagna" (2) und der zugeordnete Puls 100 100 110 110 ... erzeugt eine flieende Verschiebung dieses kleinen rhythmischen Gebildes und als Ergebnis ein hochkomplexes Klangbild oder Musikbild, das sich erst nach langer Zeit wiederholt.

Zum Anhren:

Eine sehr gute Zusammenfassung dieser Polymetrik beschreibt Thoergersen in seiner Arbeit (3). Es sind vor allem die Komponisten Charles Ives, Conlon Nancarrow, Gyrgy Ligeti und Iannis Xenakis.
Als Einstieg in die Polymetrik werden wir in der vorgestellten Musik rhythmische Basisbilder aus den Semi-Tales (1) verwenden.
Mit dem Computer (hier als ein echtes Musik-Instrument), dem Horn und dem Klavier werden wir (Dieter Trstedt, Wilfried Krger und Hans Wolf) die Klang-Bilder kommentieren, ausarbeiten, vervollkommnen. Es werden vier Klang-Bilder per Computer kurz vorgespielt: Das Tastatur-Spiel am Laptop bernimmt hierbei die jeweiligen Polychromatiken, das Horn das Thema Klang (Klang-Formung), das Klavier vor allem die Zeit (Zeit-Gestaltung) und der Contrabass die Beweglichkeit u.a. in den Klangordnungen und den Geruschen.
Eine Einfhrung kann der Juli-Monatsfilm der Echtzeithalle bernehmen (4): Es ist eine "episch-schne" Landschaft mit einer sentimentalen Musik (Vorsicht: (fast) kitschig.).
Anschlieend diskutieren wir.

(1) Olivier Messiaen, Texte, Analysen, Zeugnisse, Hrg. Wolfgang Rathert et al., Olms-Verlag 2012, Seite 536, Table of 120 Deci-Talas > Nr. 17.
(2) Mathematische Konstante - Wikipedia,
(3) Polytempic Polymicrotonal Music - "A Road Less Traveled", Peter Alexander Thoergersen,
(4) Juli-Monatsfilm der Echtzeithalle: hier bestehen die Klnge nur aus dem Sinus und einem Bogenstrich auf dem Chin-Instrument und die Chromatik ist zur Basis der Eulerzahl e in 12-facher Teilung gebildet.

Letzte nderung: 04.07.2014
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