ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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321. Montagsgesprch

Leonhard Euler klatscht in die Hnde

Leitung: Dr. Wolf-Dieter Trstedt
Montag 12. Januar 2015 19-21 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium Mnchen Luisenstr. 37a, U-Bahn Knigsplatz
Musiklabor Mnchen / Echtzeithalle e.V. / www.echtzeithalle.de

Erstes Montagsgesprch im Rahmen des Projektes Musik der Mathematik in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen, dem Bezirk Oberbayern, dem Bayerischen Staatsministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt Mnchen, der Universitt Ulm -
und dem Musiklabor / Echtzeithalle e.V.

Programm

  • Musikbeitrag:
    Leonhard Euler klatscht in die Hnde
    Wilfried Krger - Horn
    Dieter Trstedt - Pure Data (Computermusik)
  • Impulsvortrag & Diskussion

Einfhrung
Die Mathematik ist das zentrale Bindeglied zwischen Naturwissenschaft und Kunst. Betrachten wir die einfache Formel
y = 1/x und nennen wir wir sie Hyperbel und betrachten wir die Krmmung dieser Hyperbel und sehen wir sie als Form, dann knnte zum Beispiel gelten:
Phnomen > Hyperbel
Mathematische Formel > y=1/x
Krmmung > Form in der Kunst und:
Das unendlich Kleine und Groe > Wahrnehmung
Diese reziproke mathematische Formel spielt in der Musik-Erzeugung eine groe Rolle: Die Teilung einer Saite oder eines Rohres ist umgekehrt proportional zur Tonhhe.

Eulerzahl e zur Bildung einer Tonfolge
Analog zur Bildung der wohltemperierten, abendlndischen Stimmung Tonhhe = Grundton mal 2 hoch n/12 ist hier die Tonfolge gebildet nach der Formel
     220 Hz mal e hoch n/12
mit e = Eulerzahl = 2,71828. Es entsteht eine Folge von acht gleichen Tonschritten mit jeweils 1,44 Ht, wobei Ht der klassische, abendlndische Halbton ist.

Die Grafik zeigt 12 Schritte, analog zu den 13 Tonhhen der klassischen 12-Tonmusik (hier sind die unterste und hchste Tonhhe mitgezhlt). Diese Euler-Tonfolge klingt irgendwie unkritisch, erreicht aber keinen der bekannten Bezugstne (kleine und groe Terzen, Quinte, Oktave etc.). Es ist eine freie Skala - sie bleibt absichtslos.

Primzahlen in der Rhythmik
Fr die Pulse im vorgestellten Musikbeitrag werden Primzahlen verwendet, d.h. die Zeitabstnde zwischen den Tonereignissen folgen der Reihe
2 - 3 - 5 - 7 - 11 - 13 - 17 - etc.
Der Rhythmus wirkt hnlich wie die Tonfolge - das Rhythmusgebilde wirkt absichtlos, ist aber hoch strukturiert mit - vielen Zwischen-Rhythmen.

Der Formantfilter und das Musikinstrument
In der elektronischen Musik spielt der Formantfilter die Rolle des Korpus eines Musikinstrumentes, es ist der Krper der Geige bzw. der Metallkrper des Hornes. Der (Resonanz-) Krper des Instrumentes baut bzw. formt aus dem bizarren Gerusch des Geigenbogens auf der Saite oder aus dem Vibrieren der Lippen am Mundstck den eigentlichen Gesamtklang des Musikinstrumentes.
In dem vorliegenden Musikbeitrag "formt" der Formantfilter aus einem einmaligen Hndeklatschen eine Holztrommel, ein Metallpercussioninstrument oder einen Glasscherbenhaufen. Der Formantfilter ist ein vernderlicher Resonanzkorpus - hier mit nur 4 Resonanzfiltern.

Autorenmusik
Wilfried Krger und Dieter Trstedt sind Mitglieder des Autoren-Ensembles.
Die Spielvorlage besteht aus den drei beschriebenen mathematischen Formeln, Phnomenen. Die Musik ist ein Nachdenken ber die Basiszahl e des natrlichen Logarithmus und ber die Verwandlung des Schreck erzeugenden Gerusches eines Hndeklatschens und ber Resonanzphnomene.
Und: der Musikbeitrag ist eine Kunstform, basierend auf ein Konzept - hier die beschriebenen Phnomene - und auf gegenseitiges Hren und Antworten, auch herausfordernd, ein non-verbaler Dialog von 15 min Dauer, aufgeteilt in 6 Bildern.

Letzte nderung: 22.02.2015
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