ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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322. Montagsgesprch

Spielwerk und Handspiel

Dieter Trstedt - Pure Data und Volkmar Mller - Spielwerkzeuge & Elektronik
Instrument: Klassischer Brostuhl

Montag 2. Februar 2015 19-21 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium Mnchen Luisenstr. 37a, U-Bahn Knigsplatz
Musiklabor Mnchen / Echtzeithalle e.V. / www.echtzeithalle.de

Zweites Montagsgesprch im Rahmen des Projektes Musik der Mathematik in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen, dem Bezirk Oberbayern, dem Bayerischen Staatsministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt Mnchen, der Universitt Ulm -
und dem Musiklabor / Echtzeithalle e.V.

Aspekt 1 > Spielwerk
deutet auf etwas Mechanisches hin. Hier sind es 13 Metronome, die in unterschiedlichen Modi "angeschlagen" werden: Phasen versetzt, Puls-Spiele (die eigentliche Aufgabe eines Metronoms), Lautstrken, Tonhhen und Klangdauern.
Aspekt 2 > Handspiel
bedeutet das Spiel mit den Hnden an verschiedenen Stellen des Instrumentes (hier der Brostuhl) mit unterschiedlichen Spielwerkzeugen. Die einzelnen Spielmodi sind bestimmt von den menschlichen Mglichkeiten und Fhigkeiten. Die Lautstrken hngen sowohl von der Spieltechnik als auch vom Spiel selbst ab - als auch von der Wiedergabe-Technik.
Aspekt 3 > Das Klanginstrument
ist in beiden Fllen ein Brostuhl aus den 50er Jahren, gefunden im Gebude der Reaktorhalle. Dieser Stuhl besteht aus Holz, handgefertigt in damals blicher Schreiner-Technik: massive Holzteile und Sperrholz fr die Sitzflche. Die primren Klangquellen sind fr das Spielwerk (aufgenommene Samples) und fr das Handspiel gleich.
Aspekt 4 > Formanten
Das Spielwerk verwendet Formantfilter, die dem Sample-Spiel nachgeschaltet sind. Tonhhen und Resonanzen werden nach mathematischen Gesetzen und nach dem Gehr variiert. Das Handspiel wird vor allem zeitlich unmittelbar nach knstlerischen Gesichtspunkten gesteuert. Die Charakteristik der Holzstellen des Stuhles, die ausgewhlten Spielwerkzeuge und Spieltechniken sind die wichtigsten Kriterien im Spielverlauf.
Der Zuhrer lernt die Wirkungen der elektronischen Resonanzfilter von den Resonanzen des Stuhls zu trennen oder diese zu verbinden.
Aspekt 5 > Diskussion
Weil wir uns in einem Musiklabor befinden, wird das 12-mintige Spiel vom Publikum diskutiert, Teilaspekte werden wiederholt und verndert. Wir wiederholen das gesamte Spiel am Schluss des Montagsgesprchs.
Aspekt 6 > Natrlichkeit
Es ist gar nicht so sicher, dass das Handspiel das ursprnglichste Spiel ist. Viele akustische Ereignisse der Natur, die den Menschen zum Musikmachen angeregt haben, sind zwar natrlich, knnen aber mechanischer Natur sein: das rhythmische Schlagen der Wellen am Steilufer, viele Lautfolgen der Vgel, der Insekten, der Frsche, der Hunde etc., die Wassertropfen, die Zweige der Bume im Wind, die Fensterlden, das polyrhythmische Spiel der Kirchenglocken etc.
Aspekt 7 > Die Absichtslosigkeit,
die den natrlichen Ereignissen zu Grunde liegt, verschiebt sich in unserem Spiel in die Richtung des Suchens, die Lust an der Erforschung und die Freude an der Entdeckung, der stimulierenden berraschung.
Die Natur selbst folgt innewohnenden Gesetzen, woher auch immer diese Gesetze kommen mgen. Ob die Menschen in ihrer Musik anderen Gesetzen folgen knnen, ist offen.

Letzte nderung: 22.02.2015
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