ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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329. Montagsgesprch

ber die Wirklichkeit mathematischer Klnge

Ensemble der Echtzeithalle (Dieter Trstedt und Jrg Schffer), Helmholtz-Ensemble (Diether Sommer, Peter Dietz u.a.) und EMU Experimentelle Musik Universitt Ulm (u.a. Andreas Grnvogel-Hurst)

Montag 15. Juni 2015 19-21 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium Mnchen Luisenstr. 37a, U-Bahn Knigsplatz
Musiklabor Mnchen / Echtzeithalle e.V. / www.echtzeithalle.de

Neuntes Montagsgesprch als Art-Lecture im Rahmen des Projektes Musik der Mathematik in Zusammenarbeit mit der Hochschule fr Musik und Theater Mnchen, dem Bezirk Oberbayern, dem Bayerischen Staatsministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt Mnchen, der Universitt Ulm - und dem Musiklabor / Echtzeithalle e.V.

A
Musikvortrag.
In kurzen Musikstcken werden ausgewhlte Phnomene mathematischer Strukturen vorgestellt.
Dieter Trstedt spielt mit einem "Bschel" in der Frequenz fraktal "aufgerauter" Sinusse (4). Dieses Bschel wird als Sample aufgenommen und als Melodie-Klang in eine Sinus-Landschaft gesetzt. Die Melodie wird von einem Spielwerk mit 13 Metronomen realisiert - mit dem Tonmaterial der Euler-Pentatonik (6), gespielt in der Rhythmik von Primzahlen (7). In solchen Zusammenfgungen bekommt der eigentlich nackte Sinus eine sinnliche Wirkung (Wirklichkeit?).
Jrg Schffer verwendet zur Darstellung der 8 oder 9 etc. einen Spezialfall der additiven Klangsynthese (5). Der Bau mathematischer Regelwerke zur Klang-Genese ist von Miller Puckette (2) und Andy Farnell (3) beschrieben. Schffers Musikstck gehrt zum Zyklus "Klang der Zahlen".
Weitere Klangfelder kommen von Mitgliedern des Helmholtz-Ensembles und der EMU - Experimentelle Musik Universitt Ulm.
Andreas Grnvogel-Hurst (EMU) wird seinen "Oszillator" vorstellen und eine Variante aus dem "Zeitfeld" spielen.

B
Der abstrakte Klang.
Ein guter Vergleich sind die wissenschaftlichen Zeichnungen in der Botanik oder der Archologie: Zeichnungen sind gegenber Fotografien eindrcklicher, klarer, zentrierter, hufig sogar wirklichkeitsnher. Der Vergleich eines mathematischen Klanges mit einer Zeichnung mag verwegen sein, kann aber in der Perspektive des klassischen Quadriviums (Musik, Arithmetik, Geometrie und Kosmogie) erklren, wie Pythagoras (570 bis 510 v. Chr.) das Weltall, die Gestirne, hren konnte. Es geht hier um eine andere Art der Wahrnehmung, keine sequenzielle, sondern eine umfassende Wahrnehmung oder um die "sinngebende Kraft mathematischer Strukturen" (Werner Heisenberg) (1).

C
Spieltechniken
. Die verschiedenen Stcke, Spielwerke, Klanglandschaften werden "live" erklrt, d.h. sie werden nicht nur akustisch vor Ort gespielt, sondern gleichzeitig optisch ber einen Beamer prsentiert. Die Schaltungen elektronischer Musik werden - so weit mglich - erklrt. In der nachfolgenden Diskussion werden Fragen zur Technik und zu knstlerischen Konzepten errtert.

Literatur
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras und http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras_in_der_Schmiede
(2) Pure Data und Miller puckette http://msp.ucsd.edu/
(3) Andy Farnell: Designing Sound, https://mitpress.mit.edu/index.php?q=authors/andy-farnell
(4) Bifurkationsdiagramms der logistischen Gleichung   http://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Gleichung
(5) Die additive Klangsynthese war eine wesentliche Arbeitsmethetode im Siemens-Studio fr Elektronische Musik (1956-1968). Siehe:http://de.wikipedia.org/wiki/Siemens-Studio_fr_elektronische_Musik
(6) Euler-Pentatonik gibt es noch nicht in Wikipedia: Es ist eine gleichschwebende Stimmung nach der Formel [220 Hz mal e hoch n/5]. Die Eulersche Zahl hat den Wert e = 2,71828 ... Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Eulersche_Zahl . Diese Pentatonik klingt nicht unhnlich der normalen gleichschwebenden Pentatonik (auf eine Oktave bezogen), ist aber weitergreifender im Frequenzverlauf.
(7) Primzahl siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Primzahl

Letzte nderung: 16.06.2015
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