ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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353. Werkstattgespräch der Echtzeithalle

in der Helmholtz-Werkstatt, München, Hermann-Lingg-Str. 2, Eingang über den Hof, Glastür, 3. Stock.
Mittwoch 25. April 2018 · 19:00 Uhr
Eintritt frei.

Imagination < > Interpretation

Martin Siegler, Veronica Hoffmann und Dieter Trüstedt
Helmholtz-Ensemble / Pure Data

Die Werkstattgespräche der Echtzeithalle München finden seit Anfang dieses Jahres in unserer Helmholtz-Werkstatt statt. Der Name Helmholtz steht für den Physiker Hermann von Helmholtz und sein Werk "Tonempfindungen", das 1862 publiziert wurde. Das 19. Jahrhundert gehört zu den Jahrhunderten der (Natur-) Wissenschaften in denen viele Konzepte entstanden sind, von denen wir heute leben. Helmholtz hat mit sehr einfachen Mitteln den (musikalischen) Klang untersucht, um unsere Musikwahrnehmung zu verstehen. Aus seinen Arbeiten ist u.a. die sogenannte natürliche Tonskala entstanden - in der z.B. der 5. Ton unserer C-Dur-Skala als den Faktor 3/2 höher als der Grundton der Skala gemessen wurde - als wesentlicher Bestandteil des harmonischen Klanges. Ein Nachweis, der seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. unsere (so genannte) abendländische Musik bestimmt (Pythagoras maß vor 2.500 Jahren das Saitenlängen-Verhältnis für die musikalische "Quinte").

http://psychologie.biphaps.uni-leipzig.de/wundt/opera/helmhltz/toene/TonEmpIn.htm ist die Adresse zum Nachlesen dieses Werkes. Die Universität Leipzig hat das gedruckte Buch eingescannt und über das OCR-Verfahren fürs Internet direkt und per Mausklick kopierbar gemacht - einschließlich der schönen Grafiken der damaligen Messinstrumente. Es lohnt sich dieses Werk zu lesen - einschließlich der Erkenntnis, dass Musik nicht vom Himmel gefallen ist, sondern sich in sehr vielen Jahrhunderten entwickelt hat - und weiter entwickeln wird.

https://wolke-verlag.de/das-rauschen.html ist die Adresse eines jüngeren Buches über das Rauschen - so wie wir es in der Musik des 353. Werkstattgesprächs verwenden - das Rauschen als Basis-Material eines jeden Klanges (Festival 'musikprotokoll' 95 im 'steirischen herbst'):

Hier ein Ausschnitt des Gongspiels von Michael Hirsch (in Klangaktionen / Josef Anton Riedl) als Interpretation des Stückes "arabic numeral" von La Monte Young (geschrieben 1958). Gongschläge lassen sich gut aus gefiltertem Rauschen bilden. Das Rauschen ist Grundlage aller Klänge - auch der Klänge aller Musikinstrumente - so wie das (weiße) Licht der Sonne unsere Welt in Formen und Farben erscheinen lässt.

Unendliche Naturgeschichte von Paul Klee ist eine mächtige Zusammenschau von Kunst und Natur (-Wisschenschaft) - im Kontext der Form und Gestaltungslehre von Paul Klee am Bauhaus ...Naturstudium und Konstruktive Kompositionswege. https://kreativzeiten.com/2016/10/01/rezension-paul-klee-unendliche-naturgeschichte/ Rauschen / Chaos .... Also ist es doch das Chaos, nicht das unbegreifliche Chaos, sondern das Chaos als Begriff, als Logos ....

Wir spielen:    
Seite 99, Lied von der Reise zu Schiff, 1918, (Feder und Aquarell auf Papier auf Karton)
Seite 101, Bäume im Garten, 1929, (Aquarell und Kreide auf Papier auf Karton)
Seite 117, Kosmische Architektur, 1919, (Ölfarbe auf Karton)

Eine Interpretation nach dem Katalog "Landschaften" http://www.hirmerverlag.de/de/titel-1-1/paul_klee_landschaften-1679/  Wir besprechen in diesem 353. Werkstattgespräch die Verteilung der Aspekte und Phänomene in den Bilder auf die drei Spieler, d.h. jeder Spieler formuliert (im Anfang dieses Gesprächs) mit seinen Klängen das Sichtbare - im gemeinsamen Spiel. Es ist ein Experiment als Vorspiel zur Materialausgabe 2018 am Samstag 28. April in der Musikhochschule (Kaminzimmer).

Letzte Änderung: 11.05.2018
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