ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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330. Montagsgespräch

Rauschen, Wellen, Farben

Helmholtz-Ensemble:
Dieter Trüstedt, Martin Siegler, Veronica Hoffmann, Peter Dietz und Diether Sommer

Montag 1. Februar 2016 19-21 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium München Luisenstr. 37a, U-Bahn Königsplatz
Musiklabor München / Echtzeithalle e.V. / www.echtzeithalle.de

Erstes Montagsgespräch im Rahmen des Projektes Rauschen in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München, dem Bezirk Oberbayern, der Universität Ulm - und dem Musiklabor / der Echtzeithalle e.V.

Vollständiger Mitschnitt auf YouTube

  1. Öffentliche Probe für die Akustischen Interventionen im M·f·A
    Konzept: Alle Spieler sind abwechselnd auch Komponisten / Dirigenten.
    Ausgangssituation: Im M·f·A (Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke, München) spielen wir am 15. März 2016 in der Eingangshalle - im ersten umlaufenden Balkon, oberhalb der Ausstellungsfläche, in der sich auch die Zuhörer befinden. Wir können nicht wirklich unser Spiel in der Halle mit ihren 8 Lautsprechern wahrnehmen. Der Dirigent ist vermittelnder, erster Zuhörer unseres Spiels. Er gibt den Spielern die Einsätze und korrigierende Anweisungen.
    In diesem Montagsgespräch spielen wir die ersten 3 Sätze. Dirigenten/Komponisten: Diether Sommer, Martin Siegler und Peter Dietz.
  2. Materialien in diesen 3 Sätzen:
    Die Worte "Sokrates", "aaattttsss" und "Pythagoras" werden geflüstert, mit dem Mikrofon aufgenommen und als Sample im Computer abgespielt. Das Flüstern offenbart die Rauschanteile der Strömungskonsonanten, das farbige Rauschen der Vokale, die Verformungen der Klangfarben. Die Stimmbänder sind hier "abgeschaltet", weil sie die Rauschklänge durch ihre Lautstärke überdecken würden.
    Weiterhin wird künstliches Rauschen in verschiedenen Filterungen und Lautstärke-Formen verwendet.
  3. Impulsvortrag: Rauschen, Wellen, Farben (Dieter Trüstedt)
    Weißes Rauschen enthält unendlich viele Sinusschwingungen, jede mit eigener zeitlich variierender Amplitude. Die Phasen (Anfänge) und Frequenzen spielen ein nicht vorhersehbares Spektrum an Farben. Es ist der Reiz des Rauschens des Windes in den Kiefer-Nadeln, der Reiz des Meeres-Rauschens, der Reiz des Rauschens in einer Muschel oder in den Höhlungen der Hände, die die Ohren "offen" abdecken.
    Vorgestellt werden Rauschflächen und Rauschkugeln (siehe Grafik): Die vorgestellte Klang-Fläche enthält z.B. Rauschbänder im Ton-Abstand einer Euler-Reihe (natürlicher Logarithmus / ungefähr eine Dreiviertel-Ton-Reihe) und die Kugeln sind Cosinusbögen als Einhüllende von Klangmaterialien (z.B. der genannten Klangflächen).
  4. Diskussion
    Thema ist die Form des Laptop-Quartetts mit Dirigent und das Phänomen Rauschen in der Musik. Das Bild Die Figuren träumen als Anregung zur Musik. Die Figuren weiß, still und von irgendwo, vermischt mit den 8 Lautsprechern als Stelen getarnt, auch weiß und unbeweglich. Die Figuren bilden Orientierungen im Raum gemeinsam mit den Klängen. Das gestaltete Rauschen in seiner Unbestimmtheit ist ein gutes Amalgam. Warum sollen die (Abguss-) Figuren nicht träumen?


Grafik eines Pulses in Cosinus-Form - gefüllt mit schwebenden Sinussen aus weißem Rauschen
(Pure-Data-Grafik, 2015, Dieter Trüstedt)

Letzte Änderung: 04.02.2016
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