ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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335. Montagsgespräch

Montag 2. Mai 2016 19-21 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium München Luisenstr. 37a, U-Bahn Königsplatz
Musiklabor München / Echtzeithalle e.V. / www.echtzeithalle.de

Sechstes Montagsgespräch im Rahmen des Projektes Rauschen in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München, dem Bezirk Oberbayern - und dem Musiklabor / der Echtzeithalle e.V.

gegensetzen

Ensembles

PHREN
Carmen Nagel-Berninger - Viola
Inge Salcher - Flügelhorn

AUTOREN
Hans Wolf - Klavier
Dieter Trüstedt - Pure Data

Das PHREN-Ensemble besteht seit 1969 und basiert auf der Konzeption von Michael Kopfermann (1938-2010), der die Gruppe gegründet und zusammen mit den Spielern die Präparierung und die Möglichkeit des freien Zusammenspiels aufgebaut und entwickelt hat. Die Präparierung der Streichinstrumente geschieht durch Aufziehen dicker Darmsaiten, die dementsprechend ziemlich tief und mit veränderten Abständen gestimmt werden. Die Kombination von präparierten Streichinstrumenten und Hörnern ist daher eine günstige Voraussetzung für ein Experimentieren in Richtung auf eine besondere Organisation von Klang. 

Für die Entwicklung des PHREN-Ensembles in den letzten Jahren kommen in Betracht: die Vorstellung, in proportionaler Schärfe von "Dissonanzen" freie, d.h. nicht in präkonzipierten Angaben bestimmte Mikrointervallik herauszupräparieren und auch, diese nicht zurück fallen zu lassen oder zurecht zu hören auf ein gleichsam als Folie dienendes temperiertes System. Entsprechend der dafür nötigen Extremalisierung der Artikulation von Ton wäre dabei die qualitative Eigenspannung der zu spielenden Töne nicht so sehr allein auf die Höhe von Ton (vertikal), vielmehr eigens auf die Länge von Ton (horizontal) zu beziehen, wobei Volumen als Eigenschaft von Ton eigens in Frage kommt.
(Michael Kopfermann: Sonderband Musikkonzepte, 2003)


Inge Salcher und Carmen Nagel-Berninger
Foto, Copyright: Orla Connolly

Hans Wolf - Klavier und Dieter Trüstedt - Pure Data, Mitglieder des Autoren-Ensembles, München:
Wir stehen in der einen oder anderen Weise im Austausch mit dem Phren-Ensemble - seit den 1970er Jahren.
Es geht immer um das Experiment in / mit der Musik. Bei Phren kommt noch das Musiktheater dazu und beim Autoren-Ensemble (Hans Wolf, Dieter Trüstedt, Wilfried Krüger und Elmar Guantes) auch die Grafik als Live-Projektion oder die stark reduzierte Tanzperformance.

Wie weit im Künstlerischen Überschneidungen zwischen Phren und den Autoren bestehen, soll das vorliegende Montagsgespräch freilegen. Deutlich werden Unterschiede in der Auswahl der Instrumente: das Klavier - auch mit präparierten Saiten und besonderen Spielobjekten und der Laptop als Musikinstrument - mit eigenen Programmen, die Bestandteil der verwendeten Klänge sind.

Das Autoren-Ensemble verwendet häufig die schriftliche Skizze als Spielhilfe und in der Computer-Arbeit die "Presets" für die Regelung der Schaltungen. Kaum Unterschiede gibt es im Spielgestus bei Phren und den Autoren. Es sind die Instrumente, die die Gestik bestimmen. Die optische Aussenwirkung ist bei beiden Gruppen stark zurückgenommen. Die Konzentration beider Gruppen ist bevorzugt auf den Klang bezogen.
(Dieter Trüstedt)

Je ein Stück von Phren und den Autoren werden gespielt.
Anschließend besprechen wir die Erfahrungen dieser Gegensetzung - vor Ort und Zeit.

Vollständiger Mitschnitt auf YouTube

Letzte Änderung: 14.05.2016
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