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273. Montagsgesprch

Ornamente des Alltags

Volkmar Mller, Konzept und Musik
mit Jrg Schffer, Sonja Hafenmayer und Dagmar Dehio

Montag 17. Mai 2010 20 Uhr / Eintritt frei
Carl Orff Auditorium Mnchen
Luisenstr. 37a, U-Bahn Knigsplatz

Bilder 

Konzert (Drei Abschnitte jeweils 10 Minuten - anschlieend Erluterungen und Diskussion)

  1. Mittlere Lautstrke
    Alltags-Samples mit improvisierten Klangtupfern (Ornamente) von uns. Ich bereite Alltagsgerusche als Samples vor und kann sie ber Tastatur abrufen und damit Hintergrundtexturen erzeugen. Die Ornamente werden live dazugespielt in Form von min ca.10 Wiederholungen eines angelegten Klanges. Die Stimmung soll sein, dass die Klangtexturen von uns eingerahmt werden und sich auch mischen knnen. Wir erzeugen einen Stimmungsraum mit Abgrenzungen.....
  2. Leise
    Die Alltagsgerusche werden dnn und die Spieler sind nur allein zu hren, reine Ornamentik und die Texturen sind der wirkliche Raum mit seiner Klangvielfalt.
  3. Laut
    Die Klangtexturen werden knstlich vom Synti erzeugt (3 Mikro Modulare), ich habe einige Strukturen vorbereitet, die ich auf den Synthi spielen kann. Damit werden dann die Texturen auf die Wnde geschallt, wir wieder mit Ornamentspiel darber klingen. Einige Samples kommen dann und wann dazu, leise im Hintergrund und weisen neue Klangrume.

Es soll spontan auf den Klangraum reagiert werden knnen und auf uns natrlich.

Ornamente sind kleine Bnder entlang von Texturen die sie einrahmen und abschlieen. Verzierungen, als Ergnzung zum Flchenmuster. Die bildnerischen Muster haben geometrische, zeichenhafte, tierische und pflanzliche Gestaltungsanlehnungen. Sie symbolisieren, interpretieren den mathematischen Fortschritt einer hheren Wahrheit. Musikalisch, als Umspielungen von Melodien. Biologisch, bei der Paarung einiger Tiere als Klangmuster mit festgelegten erkennbaren, wiederholenden Lauten. So interpretiere ich den Raum mit seinen Geruschen und Klangtexturen und setze Impulsmuster zur Abgrenzung/Differenzierung der Gerusche ab.

Fr Leon Battista Alberti spielt das Ornament eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Definition des Begriffes Schnheit (pulcritudo). Die Schnheit, so Alberti, ist ein idealer Zustand, in dem dem Gebude nichts entfernt oder hinzugefgt werden kann, ohne dass die Schnheit dadurch gemindert wrde. Da dieser Zustand in der Wirklichkeit nicht erreicht wird, wird das Ornament von auen auf das Gebude aufgebracht, um die Vorzge des Gebudes zu unterstreichen und die Mngel zu verbergen. (Alberti: de re aedificatoria, Venedig 1485, Buch VI, Kap. 2).

 
Letzte nderung: 17.05.2010
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