ECHTZEITHALLE e.V. MÜNCHEN
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162. Montagsgespräch im Musiklabor München

Baukastensystem - Peking Oper

Irene Wegner

Chinesisches Musiktheater im Stil der Hauptstadt, die sog. Peking Oper, wird traditionellerweise vom Sängerdarsteller kreiert und beherrscht. Weder Komponisten, Librettisten, Dirigenten, Regisseure, Bühnenbildner oder besondere Beleuchtungstechnik werden benötigt, und selbst die begleitenden Instrumentalisten haben sich nach den Vorgaben der Bühnenprotagonisten zu richten. Durch das höchst präzise und intensive Zusammenwirken von dramatischem Sujet, Stimme, Instrumentalbegleitung, tänzerischer Bewegung, Kostümierung, Schminkmaske und einigen wenigen Requisiten entsteht ein "totales Theater", das gekennzeichnet ist durch konventionalisierte Stilisierung und Synthese innerhalb des vorgegebenen ästhetischen Rahmens. Die verschiedenen Einzelelemente der Stränge dieses Gesamtsystems müssen zunächst in einer langjährigen Trainingsperiode, die meist in der Kindheit beginnt, verstanden, erlernt, verinnerlicht und automatisiert werden, damit schließlich in einem durchaus kreativen Prozess ein lebendiges Kunstwerk entstehen kann, das im Idealfall niemals in Konventionen zu erstarren droht.

Irene Wegner: parallel zu Diplom-Studium Volkswirtschaftslehre mehrjährige Wirtschaftstätigkeit in lokalen Firmen in Budapest, Tokyo und Kuala Lumpur. Danach Studium der Sinologie, Theaterwissenschaft, Kunst und Archäologie Chinas in München. 2 Jahre DAAD-Stipendiatin an der Peking Universität, zahlreiche Kontakte zu chinesischen Musikern und Peking-Operndarstellern. Magisterarbeit über chinesische Bronzeglocken, Dissertation über die Schminkmasken der Peking Oper (Promotionspreis der Uni München für das Jahr 1996). Von 1988 bis 2001 u.a. Organisation und Betreuung von chinesischen Gastspielen (Peking Oper aus Taiwan, Kun Oper aus Shanghai, Sichuan Oper aus Chengdu) in Bayern in Zusammenarbeit mit dem Meta Theater. 2002 Mitbegründerin des Vereins ASIA INTERCULTURA e.V., der insbesondere durch die Konzipierung von kulturellen Ausstellungen und die Organisation von Musiktheatergastspielen das Ziel verfolgt, wichtige Aspekte der ostasiatischen Kulturen vorzustellen und verstehbar zu machen.

Montag, 21. Juni 2004 - 20:00 Uhr

Eintritt frei

Carl Orff Auditorium
München, Luisenstr. 37a
U-Bahn U2 Königsplatz

Musiklabor

Veranstalter:
Echtzeithalle e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München

Tel. 089 / 289 27 477 oder 089 / 2721856
www.echtzeithalle.de  

Letzte Änderung: 10.01.2007
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