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173. Montagsgespräch im Musiklabor München

Wolfgang Saus

Obertongesang 3/3

In diesem Vortrag geht es um Klangvisionen(-audionen?), die unglaublichen Möglichkeiten der Stimme. Der Autor stellt Ausschnitte aus seiner riesigen Klangsammlung rund um die Welt vor, stellt Bass für Frauen vor, zeigt die Unterschiede von Kargyraa und Pulsregister, führt durch die Obertonklänge von Papua Neu Guinea bis Amerika, aus der archaischen Welt des Altai bis zu jüngsten Kompositionen der Avantgarde. Obertongesang ist weiter verbreitet und nimmt seltsamere Formen an, als die meisten ahnen.

Seitdem der Autor vor einem Jahr in den Montagsgesprächen die Trilogie über das Phänomen des zweistimmigen Singens mit einer Kehle begann, hat sich viel bewegt. Wolfgang Saus' Fachbuch "Oberton singen", im Mai erschienen, hat einige Komponisten angeregt, für mehrstimmige Sänger zu schreiben. Noch gibt es nicht genug qualifizierte Sängerinnen und Sänger die Klangvisionen zu erfüllen. Und auch Komponisten lernen gerade erst, diese phänomenale neue Dimension des Stimmklangs zu beherrschen. Aber das Potenzial ist höchst verlockend. Saus' Vision geht dahin, die Klangfarbe im Ensemble so zu beherrschen, dass Tongenauigkeiten möglich werden, die bisher unerreicht sind, dass Differenz- und Kombinationstöne zwischen Obertönen in die Komposition einbezogen werden, dass ein Chor den Metallklang einer Glocke immitieren kann.

Die singbaren Obertöne von G. ( Die Pfeile weisen stärkere Abweichungen von der temperierten Stimmung aus. Die Harmonischen in Klammern sind schwierig zu trennen.)

Natürlich haben die Anwesenden wieder Gelegenheit, die Kunst zwei gleichzeitige Töne mit einer Stimme in wenigen Minuten selber kennen zu lernen. Eventuell gelingt eine gemeinsame dirigiert-improvisierte Obertonspontankomposition.

Weitere Informationen zu Wolfgang Saus und Obertongesang allgemein: http://oberton.org/ws_aktuell/ws_aktuell.html

Montag, 29. November 2004 - 20:00 Uhr

Eintritt frei

Diesmal in der Reaktorhalle!
München, Luisenstr. 37a
U-Bahn U2 Königsplatz

Musiklabor

Veranstalter:
Echtzeithalle e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München

Tel. 089 / 289 27 477 oder 089 / 2721856
www.echtzeithalle.de  

Letzte Änderung: 10.01.2007
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